Beispiele Altbausanierung

Maßnahmenpaket Haustechnik

Am augenfälligsten wird der Unterschied zwischen Neubau und Altbau bei der Haustechnik. Hier hat in den letzten Jahren eine sprunghafte Entwicklung stattgefunden. Moderne Brennwertkessel sind wesentlich effizienter als die herkömmlichen Öl- oder Gasheizungen. Ein Wirkungsgrad von über 100% spricht Bände. Sanitärinstallationen werden nicht mehr wie früher in gesundheitlich nicht unproblematischen Blei- oder Kupferrohren ausgeführt, sondern in Kunststoffrohren mit Metalleinlage. Bei der Elektroinstallation macht sich die moderne Informationsgesellschaft deutlich bemerkbar: Fast immer gibt es im Altbau zu wenig Steckdosen, von adäquaten Datenleitungen einmal ganz abgesehen.

Während der Austausch von Wasserleitungen und Elektroinstallation zwar die Wohnqualität verbessert, energetisch aber keine Verbesserung bewirkt, macht sich der Einsatz von besserer Heiztechnik sofort bemerkbar. So ist es nicht unüblich, dass die Heizkosten sich durch den Austausch einer alten Ölheizung und den Einsatz eines modernen Öl- oder Gas-Brennwertgerätes halbieren lassen. Doch Vorsicht: Die Schornsteine von Altbauten sind nicht für die moderne Niedrigtemperaturtechnik gebaut worden. Durch das anfallende Kondensat würden sie mit der Zeit versotten. Deshalb muss entweder in den alten Kamin ein Kunststoffrohr eingezogen werden, oder das Brennwertgerät erhält einen separaten Edelstahlkamin. Steht ohnehin eine größere Sanierung an, steigert eine Verbindung mit einer modernen Fußboden- oder Flächenheizung neben der Energieeffizienz auch noch gleich den Wohnkomfort. Perfekt abgerundet werden kann das Maßnahmenpaket Haustechnik dann noch mit einem Sonnenkollektor für die Warmwasserbereitung und mit einem gedämmten Rohrsystem.

Beispiel Maßnahmenpaket Dämmung

Seit 2009 müssen oberste Geschossdecken auf jeden Fall gedämmt werden. Die Gelegenheit, generell über eine bessere Dämmung nachzudenken. Richtig ausgeführt spart sie nicht nur eine Menge Heizkosten, sie schafft dadurch, dass an den Wänden keine Temperaturdifferenz zum Innenraum besteht, auch ein Wohlfühlklima. Einfach- und alte zweifachverglaste Fenster haben hohe Transmissionsverluste. Im Wärmebild sind sie als deutliche (in den meisten Systemen rötlich bis grellweiße) Löcher erkennbar. Ein Trugschluss ist es jedoch, dass mit einem Austausch der Fenster das Problem erledigt ist. Die Fenster sind nun zwar nicht mehr die kältesten Stellen im Raum und eine spürbare Ersparnis bringt die Maßnahme bei guten Fenstern auch. Der Austausch hat jedoch zur Folge, dass sich Feuchtigkeit an den Wänden, die nun die kältesten Stellen darstellen, niederschlagen kann. An ungünstigen, schlecht belüfteten Stellen, z.B. hinter Möbeln oder an schlecht gemauerten Ecken, kann es zu Schimmelbildung kommen.

Hingegen ist die Dämmung der Fassade ohne zeitgleichen Austausch der Fenster aus bauphysikalischer Sicht durchaus denkbar. Aus wirtschaftlichen Erwägungen macht sie jedoch kaum Sinn. Die Transmissionsverluste bei Mauerwerk sind wesentlich geringer als bei Fenstern, die Heizkostenersparnis fällt also nicht so deutlich aus. Tauscht man später die Fenster doch noch aus, fallen wieder Kosten an, die schon bei der Fassadendämmung angefallen sind.

Generell sind außen aufgebrachte Dämmungen besser und unproblematischer als innen angebrachte Dämmungen. Haben Sie jedoch ein denkmalgeschütztes Haus erworben, werden Sie kaum die Genehmigung für eine Fassadendämmung bekommen. Um ein ungesundes Wohnklima und Schimmelbildung hinter der Dämmung zu verhindern, sollte diese Maßnahme jedoch unbedingt von einem Fachbetrieb durchgeführt werden, der in diesem Bereich Referenzen vorweisen kann. Außerdem sollte die Maßnahme von einem unabhängigen Baugutachter abgenommen werden. Dies empfiehlt sich übrigens ohnehin bei den meisten Baumaßnahmen.

Geschossdecken, die einen Übergang von kalten zu warmen Bereichen darstellen, sollten nicht nur dann gedämmt werden, wenn das Gesetz es vorschreibt. Eine Dämmung der Kellerdecke kann mit fachlicher Begleitung selbst durchgeführt werden und bringt nicht nur Heizkostenersparnisse, sondern auch deutlich wärmere Füße. Bei der Dämmung der oberen Geschossdecke gilt es zu überlegen, ob nicht gleich eine Dämmung des Daches Sinn macht. Sie gewinnen bei Satteldächern ohne großen Mehraufwand einen warmen Lagerplatz, bei entsprechender Kopfhöhe vielleicht sogar einen passablen Hobbyraum. Steht ohnehin eine Neueindeckung und Generalüberholung des Dachstuhles an, empfiehlt sich eine Aufsparrendämmung. Ist das Dach noch intakt, empfiehlt sich eine Zwischensparrendämmung, die unter fachlicher Anleitung auch in Eigenleistung erbracht werden kann.

Maßnahmenpaket Kellersanierung

Keller sind meist Sorgenkinder bei Altbauten. Bis spät in die Nachkriegszeit waren Keller nur als Lagerraum interessant. Bis in die 1970er Jahre hinein wurden Keller nicht mit Drainage versehen und nur selten mit einer Bitumenschicht o.ä. gegen die Bodenfeuchte geschützt. Schlechte Voraussetzungen, um im Keller ein Kinderzimmer, einen Hobbyraum oder ein Büro einzurichten.

Wichtig ist, dass der Keller gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt wird. Dazu müssen die Kellerwände von außen freigelegt werden und eine entsprechende Beschichtung aufgebracht werden. Außerdem sollte eine Drainage gelegt werden. Sollen Wohnräume im Keller untergebracht werden, müssen bei dieser Gelegenheit die Kellerwände auch noch gedämmt werden. Der Kellerboden kann nur innen gedämmt werden. Dies sollte eine Fachfirma durchführen, da hier eventuell auch gegen von unten kommendes Wasser abgedichtet werden muss.

Wenn der Keller feucht ist, muss das übrigens nicht an maroder Bausubstanz oder fehlender Abdichtung liegen. In vielen Fällen ist fehlerhaftes Lüften der Hausbewohner selbst die Ursache. Wird im Sommer viel und häufig gelüftet, dringt Außenluft mit hoher Luftfeuchtigkeit in den wesentlich kühleren Keller ein. Die kühle Luft kann wesentlich weniger Feuchtigkeit aufnehmen, der restliche Wasserdampf kondensiert an den kalten Kellerwänden und kann dort zu Schimmel führen. Auch Wäsche, die im Keller zum Trocknen aufgehängt wird, trägt zu feuchten Kellerräumen bei. Sollten Sie einen Altbau jüngeren Datums (ca. 1980 bis heute) mit feuchtem Keller erworben haben, sollten Sie (vorausgesetzt Sie können einen Rohrbruch o.ä. ausschließen) zunächst einmal versuchen, ob sich dieser in der Kälteperiode nicht trocken lüften lässt. Dazu lüften Sie in regelmäßigen Abständen bei kalter und trockener Witterung und heizen zwischenzeitlich bei geschlossenen Fenstern immer wieder etwas ein. Meist ergibt sich bald eine spürbare Verbesserung des Kellerklimas.